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Earl Hooker

Earl Zebedee Hooker wurde am 15.1.1930 in
Clarksdale, Mississippi als eines von 3 Kindern geboren. Als Earl ein
Jahr alt war, zog die Familie nach Chicago.
Beide Elternteile waren Musiker, der Vater spielte Blues auf Gitarre und
Harp,
die Mutter sang Gospel. Weiterhin traten sie mit sogenannten
„Tent-Shows“ auf.
Der ältere John Lee war sein Cousin. Durch ihn wurde er letztlich
inspiriert, auch das Gitarrespielen zu erlernen. Dieses brachte er sich
etwa im Alter von 10 Jahren selbst bei. Earl erweiterte sein Wissen der
Gitarre und erlernte das Mandolinen- und Banjospiel und widmete sich
ebenfalls dem Klavier- und Schlagzeugspiel.
Zu dieser Zeit, noch als Schüler, verdiente er sich etwas Geld als
Straßenmusiker, u.a. mit Bo Diddley. Hier lernte er dann auch Robert
Nighthawk kennen(1945), der ihn in die Geheimnisse der
Slidegitarrentechnik einführte. Nighthawk wurde zum Haupteinfluss
Hookers. 1949 zog Earl dann nach Memphis und wurde dort Teil der
Bluesszene.
Er trat im Radioprogramm von Sonny Boy Williamson (King Biscuit Time)
auf und tourte in den frühen 50ern mit Ike Turner und seiner Band. In
diese Zeit fallen auch die ersten Plattenaufnahmen für das KING
-Label(1952), später auch für SUN.
Die Aufnahmetätigkeiten setzte er Mitte der 50er Jahre in Chicago, wohin
er zurückkehrte, fort. (Aufnahmen für C.J., AGE, CHECKER,CHESS,CHIEF,
CUCA) Diese Aufnahmen fanden jedoch außerhalb Chicagos und des südlichen
Markts wenig Gehör, weil die Veröffentlichungspolitik damals noch sehr
schlecht war und es auch keine ausreichende Radiowerbung für Blues gab.
Rege Aufnahmetätigkeit gab es für ihn als „sideman“ für Junior
Wells(CHIEF), Muddy Waters („You shook me“), A.C: Reed u.a.
Erst in den späten 60ern, als das Interesse in Europa - nicht zuletzt
durch die „American Folk Blues Festivals“(AFBF) - sprunghaft anstieg,
hatte Hooker die Möglichkeit, auf Plattenfirmen wie ARHOOLIE(hier auf
Empfehlung von Buddy Guy), BLUESWAY, BLUE THUMB, BLUES ON BLUES, auch
LPs zu veröffentlichen, die nun ein breiteres Publikum erreichten.
Legendär ist auch hier sein Auftritt bei der 1969er Ausgabe des AFBF,
der dank Lippmann & Rau auf Konserve verewigt ist.
Bei dem Europaaufenthalt hatte er gar einen Auftritt mit den Beatles in
der Show „Ready Steady Go!“
Bereits seit etwa 1963 litt Earl Hooker verstärkt unter den Folgen einer
TBC-Erkrankung, die immer wieder zwischenzeitliche Inaktivität bewirkte.
Nach der Rückkehr von der Europatournee flammte die Erkrankung wieder
auf und Earl verstarb schließlich an den Folgen am 21.April 1970 im
Alter von nur 41 Jahren.
Hooker war bekannt für seine stilistische Vielfalt. Er konnte neben dem
Blues auch R&B, Hillbilly, Country, Jazz, Rock’n’Roll spielen. Dieses
machte ihn zu einem vielbegehrten Sessionmusiker. Als Sänger trat er nur
gelegentlich in Erscheinung, da ihn die Tuberkuloseerkrankung hierbei
stark hinderte, und er angeblich auch zu schüchtern gewesen sein soll.
Unbestritten galt er in Fachkreisen als bester Nachkriegsgitarrist der
Ära des Chicago-Blues. Sein Slidegitarrenspiel unterschied sich von
Leuten wie Muddy Waters oder Elmore James(die im „open tuning“
spielten), dadurch, daß er die Gitarre für sein Slidespiel nicht
umstimmte, um flexibler zu bleiben. Als erster Bluesgitarrist benutzte
er das Wah-Wah-Pedal (angeblich durch Hendrix inspiriert) zur
Bereicherung seines ohnehin schon umfangreichen Klangrepertoires.
Wie später Jimmy Page verwendete Hooker eine Doppelhals-Gitarre von
Gibson(6-und 12-saitig).Sein Slidespiel zeichnete sich oft aus durch
schrilles, hohes Pfeifen, weil er auch die höchsten Register des
Instrumentes zu nutzen wusste. Hooker war beliebt wegen seines äußerst
weichen und klaren Spiels, wobei „jede einzelne Note wie eine Glocke
klang“.
Man sollte sich auf der „Moon is rising“ einmal die bis dato auf CD
unveröffentlichten Liveaufnahmen(leider in nicht so guter Qualität)
anhören, um die Vielseitigkeit Hooker’s nachvollziehen zu können.
Trotz seiner Innovationen wurde er nie entsprechend gewürdigt,
vergleicht man ihn mit damals populären Bluesern wie Buddy Guy, Otis
Rush, Magic Sam.
Erst etwa 30 Jahre nach seinem Tode begann man, sich seiner verstärkt zu
erinnern. Viele Gitarristen nannten ihn als großen Einfluss und sein
Spiel fand Einzug in den Stil von z.B. Sue Foley, Billy
Flynn(Mississippi Heat) oder ganz besonders Ronnie Earl. Auch Stevie Ray
und Johnny Winter wurden durch Hooker beeinflusst.
Dabei sollte man sich einmal insbesondere mit den vorhandenen
Liveaufnahmen und den späteren Studioaufnahmen beschäftigen , um zu
erkennen, welch ein begnadeter Gitarrist Hooker doch war. So wird
berichtet, dass - bei einigen Liveauftritten - bekannte Gitarristen die
Bühne verließen, wenn Earl auftauchte.
Die oben schon erwähnte Arbeit für Chris Strachwitz und sein
ARHOOLIE-Label war letztlich Hooker’s fruchtbarste Zeit und im Verbund
mit hervorragenden Musikern aus Chicago wie Louis und Dave Myers, Carey
Bell, Andrew Odom, Pinetop Perkins, Freddie Roulette und Eddie Taylor
kam es zu fantastischen Aufnahmen mit einem Hooker in Höchstform. Daher
- Aufnahmen aus dieser Zeit sind unbedingt zu empfehlen! (und in der
Regel auch derzeit erhältlich) - HIER:
„Two bugs and a roach“, „Moon is rising“.
Sonstiges:
(erhältlich)
Smooth slidin’ (1961 - 1967)
Simply the best((1956-1969, aber hauptsächlich Spät-60er - Aufnahmen)
There’s a fungus among us
Wenn erhältlich, versuchen:
Blue Guitar
Play your guitar, Mr. Hooker
Don’t have to worry
Sweet black angel
The leading brand ( gekoppelt mit Jody Williams’ ersten Aufnahmen)
Wolfgang (Maghett)
Quellen:
www.mp3.com
www.allmusic.com (AMG)
www.mnblues.com
www.roadhouseblues.com
afgen.com
www.island.net
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