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Michael (Mike) Bloomfield

Bloomfield zählt zu den
ersten großen weißen Bluesgitarristen der USA, der sich durch seine
äußerst sensible Spielweise, ähnlich der Peter Green’s(wie ich meine)
hinsichtlich des intensiven Gefühls, hervorgetan hat.
Michael Bernard Bloomfield wurde als Sohn einer jüdischen Familie am
28.7.1943 in Chicago geboren.
Schon als Kind fiel er durch seine scheue Art und als Einzelgänger auf.
Durch Anhören von Radiostationen aus dem Süden wurde er früh auf
verschiedene Musikrichtungen wie Blues, Rockabilly und Rhythm ’n’ Blues
aufmerksam, und hier insbesondere auf den „neuen Sound“ von Elvis und
Scotty Moore, dessen Gitarristen.
Darüber hinaus lagen die Quellen des Chicago-Blues direkt vor der
Haustür.
Im Alter von 13 erhielt er seine erste Gitarre und mit 14 besuchte er
schon die Bluesclubs in Chicago’s South Side.
Seine „Helden“ hießen damals Muddy Waters, Otis Spann, Howlin’ Wolf,
Magic Sam.
Oft genug sprang er einfach bei Auftritten auf die Bühne und spielte
spontan mit.
Seinen Eltern gefiel dieses nun gar nicht, so dass er im Jahre 1958 erst
einmal eine Privatschule an der Ostküste besuchen musste, bis er dann an
einer Sonderschule für schwierige Jugendliche in Chicago seinen
Abschluss erhielt.
In der dortigen Musikszene traf er einige Gleichgesinnte wie Paul
Butterfield, Nick Gravenites, Charlie Musselwhite und Elvin Bishop.
Bei seinen musikalischen Interessen kam es ihm sicher zugute, dass er
eine Anstellung als Manager in einem Folkclub in Chicago, dem „Fickle
Pickle“ bekam.
Er buchte für die Veranstaltungen viele Bluesleute, die akustischen
Blues spielten, wie Sleepy John Estes, Yank Rachell, Little Brother
Montgomery, Big Joe Williams.
Selbst betätigte er sich als Sessionmusiker in diversen Clubs.
Hier lernte er auch den legendären John Hammond sr. , den Talentscout
von CBS, kennen, der ihm einen Vertrag mit CBS verschaffte.
Aus marktstrategischen Gründen konnte sich die Firma 1964 jedoch nicht
entschließen, vorliegende Aufnahmen zu veröffentlichen.
Bis dann Paul Rothschild , der später die Alben für Butterfield auf
Elektra produzierte, ihn überredete, bei der Paul Butterfield Blues Band
einzusteigen.(Später veröffentlicht als „The Lost Elektra Sessions“)
1965 wurde dann das erste offizielle Album der Band mit Elvin Bishop als
weiterem Gitarristen veröffentlicht.
Unter anderem durch dieses Album wurde der Blues einem größerem weißen
Publikum nähergebracht.
Bloomfield’s damaliger Stil wurde von Kritikern als die perfekte
logische Brücke zwischen dem Chicago-Blues und der aufkommenden
zeitgemäßen populären Rockmusik angesehen.
Wichtig für Bloomfield war im gleichen Jahr die Berufung in die Band von
Bob Dylan, der begann, seinen akustischen Folk zu „elektrifizieren“.
So hört man Bloomfield auf Dylan’s Klassiker „Highway 61 Revisited“ und
auch dann auf dem berühmten Auftritt Dylans auf dem Newport Folk
Festival 1965.
Anschließend widmete sich Bloomfield wieder der Arbeit mit der
Butterfield Blues Band, bei der Aufnahme zum zweiten Album „East West“.
Hier spiegelt sich dann auch das aufkommende Interesse Bloomfields an
östlicher Musik wider, insbesondere im langen Titelstück, einer Mixtur
aus Blues, Jazz, Weltmusik und Psychedelic.
1967 verließ Bloomfield die Band, um zu neuen Ufern aufzubrechen, hier
mit der Gründung der Band ELECTRIC FLAG, zu der unter anderem Nick
Gravenites und Buddy Miles gehörten.
Die Gruppe erweiterte das Grundgerüst durch intensiven Einsatz von
Bläsern und schaffte hierdurch Raum für den Einsatz vieler Soulelemente
in der Musik, die zudem neben Blues auch einige experimentelle,
psychedelische Elemente enthielt.
1967 gab es das Debut auf dem Monterey Pop Festival und1968 folgte die
LP „A long time comin’“.
Nach einer weiteren LP, schon ohne Bloomfield, kam es zur Auflösung,
vorwiegend bedingt durch Einflüsse von Drogen, einem schlechten
Management und dem Egoismus der einzelnen Bandmitglieder.
Bloomfield wandte sich bereits, noch bevor die erste LP erschien, einem
Projekt mit Al Kooper, den er noch aus „alten Dylan-Tagen“ kannte, zu.
ieraus resultierten dann die „Super Sessions“, sowohl im Studio, hier
noch mit Stephen Stills (Crosby,Stills, Nash) als auch später die
berühmte Doppel-LP live im Fillmore West , 1968 aufgenommen(„Gaststar“
Carlos Santana). (Später ist dann auch noch ein Zusammenschnitt aus dem
gleichen Jahr aus dem Fillmore East erschienen – hier als Gast auf einem
Stück Johnny Winter(!) -- man vergleiche hier einmal die beiden
verschiedenen Spielweisen der Gitarristen).
Nach dieser Veröffentlichung wurde Bloomfield müde des Kommerzes und
enttäuscht von den Vermarktungsprinzipien des Geschäfts.
Mit seinem schnellen Ruhm kam er auch nicht so gut zurecht, so dass er
sich erst einmal zurückzog nach San Francisco.
Bis zu seiner Studiorückkehr im Jahre 1973(das Album „Triumvirate“ mit
John Hammond jr. und Dr. John) war er als Sessionmusiker oft unterwegs,
u. a. mit Nick Gravenites und Mark Naftalin(dem Keyboarder aus
Butterfield-Zeiten).
1974 versuchte Bloomfield dann ein Comeback mit ELECTRIC FLAG, leider
recht unausgegoren und letztlich auch ein Flop.
Nach diesen Mißerfolgen folgte ein weiterer im Jahre 1976 mit der Band
KGB(mit Barry Goldberg, Rick Grech, Carmine Appice), obwohl die Musik
durchaus ansprechend war.
In den späten 70ern unterschrieb Bloomfield dann bei dem kleinen Label
TAKOMA und veröffentlichte dort eine Reihe, unter anderem auch
akustische, Bluesplatten von unterschiedlicher Qualität.
Über das Guitar Player Magazine brachte er auch noch eine
Gitarrenlehrplatte heraus, „If you love these Blues, play ‚em as you
please“.
In diese Zeit fallen auch seine Probleme mit Alkohol und Heroin, die ihn
immer wieder an öffentlichen Auftritten hinderten und die dazu führten,
dass Freunde ihn verließen und seine Ehe scheiterte .
Erst 1980 hatte er sich anscheinend wieder etwas erholt und begab sich
auf eine Europatournee.
Der letzte öffentliche Auftritt fand am 15.11.1980 zusammen mit Dylan in
San Francisco statt, als er Dylan bei „Like a rolling stone“ begleitete.
Am 15.2.1981 fand man Bloomfield aber tot in seinem Auto, gestorben an
einer Überdosis Drogen.
Zurück bleibt uns eine Auswahl von Platten, die einen expressiven,
gefühlvollen, oft introvertierten Gitarristen zeigen, der durch
flüssiges Solospiel und beherrschte Technik auffiel.
Hierbei sind als vermutliche Vorbilder B.B:King, T-Bone Walker und Muddy
Waters auszumachen.
Sein Spiel dürfte darüber hinaus viele andere Gitarristen beeinflusst
haben.
Neben den im Text ggf. erwähnten Veröffentlichungen empfehle ich (sofern
noch erhältlich):
“Between a hard place and the ground” (die TAKOMA-Veröffentlichung 1979,
NICHT THUNDERBOLT!!!)
“Live at Bill Graham’s Fillmore West , 1969”
Nick Gravenites – My labours(1969)
Barry Goldberg – Two Jews Blues(1969)
Fathers and sons(1969)
Sonst empfiehlt sich als Einstieg der Griff zu einer Compilation, wie:
„Don’t say that I ain’t your man! Essential Blues 1964-1969” auf
Sony/Legacy
“Bloomfield – A retrospective” 2 CD Sony
“Best of Mike Bloomfield” TAKOMA-Sampler 1987
Quellen:
www.allmusic.com
www.mikebloomfield.com
www.mmguide.musicmatch.com
Wolfgang
Bildquelle:
http://www.myspace.com/michaelbloomfield |